Es ist vollbracht, die Revanche geglückt: Mit der wohl besten Saisonleistung und einer in Sachen Disziplin und Kampfgeist vorbildlichen Vorstellung hat der SC Freimann im ersten Heimspiel der Rückrunde gegen den ambitionierten VfR aus Garching einen zu keinem Zeitpunkt gefährdeten Sieg eingefahren, der gemessen am Spielverlauf noch deutlich höher hätte ausfallen können.
Im Hinspiel hatten die seinerzeit stark ersatzgeschwächten Freimanner eine herbe 34:24-Klatsche einstecken müssen - das i-Tüpfelchen auf einem total vergeigten Serienstart mit drei Niederlagen in Folge und zugleich Ende aller möglichen sportlichen Ambitionen für diese Saison. Wiedergutmachung war also angesagt, und der zuletzt trotz unglücklicher Niederlage beim Tabellenführer erkennbare Aufwärtstrend sollte fortgesetzt werden.
So kam es dann auch. Schon früh in der ersten Halbzeit zeichnete sich ab, dass dies für die Gastgeber ein Handballabend aus dem Bilderbuch würde werden können. Das taktische Konzept, den spielstarken und ballsicheren Garchinger Rückraum früh unter Druck zu setzen und damit das schnelle Positionsspiel nicht in Schwung kommen zu lassen, ging von der ersten Minute an auf. Das vor dem Spiel angemahnte schnelle Umschalten zwischen Abwehr und Angriff - und vor allem umgekehrt - wurde konsequent umgesetzt.
Aggressives Deckungsspiel gegen den Ball zahlte sich in Gestalt von Ballgewinnen aus, die nach abgelegter Anfangsnervosität auch konsequent in schnelle Torerfolge umgemünzt wurden. Was in der Vorwoche schon über weite Strecken gut klappte, wurde diesmal auch von Erfolg gekrönt. Gestützt auf eine bis auf den letzten Platz gefüllte Bank hielt man das Tempo hoch und zeigte endlich auch im gebundenen Angriff trotz offensiver Gästedeckung ein druckvolles und abgeklärtes Spiel.
Der unbestechliche Spielberichtsbogen verzeichnet die Torfolge 3:0, 4:3 und 7:4, ehe sich die Gäste beim Spielstand von 11:4 in der 18. Spielminute genötigt sahen, ihre Auszeit zu nehmen. Die taktischen Umstellungen und Appelle des Gästecoaches an seine Mannschaft jedoch fruchteten offenkundig nicht wie gewünscht - gegen die offensive Deckung der Gastgeber fand der VfR auch nach der Auszeit kein Rezept, sein bekannt schnelles und druckvolles Angriffsspiel zu entfalten. Die verbleibenden unvermeidlichen 85-Prozent-Chancen entschärfte ein blendend aufgelegter Jörg Eggers reihenweise, und weil nach Murphys Gesetz zum fehlenden Glück meist auch noch das Pech hinzukommt, landeten auch noch die Abpraller hüben wie drüben zumeist in Händen des SCF. Ein unbeteiligter Zuschauer hätte angesichts des Halbzeitstandes von 19:8 wohl Mitleid mit den Gästen bekommen müssen.
Die Geschichte des zweiten Durchgangs ist schnell erzählt. Dem erwarteten Aufbäumen des deutlich engagierter aus der Kabine kommenden VfR hielten die Freimanner zunächst gut stand. Erst mit dem Schwinden der Kräfte und der dadurch nachlassenden Konzentration und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor kamen die Gäste noch einmal auf sechs Zähler heran (23:17, 43.), ehe auch sie dem Tempo Tribut zollen mussten. Beim Stand von 26:17 (48.) war endgültig die Luft raus, der Rest ein munteres Geschaukel bis zum Endstand von 30:22.
Besonders erfreulich anzusehen war aus Sicht der Gastgeber, dass trotz häufiger Wechsel vor allem in der zweiten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt ein Bruch im Spiel des SCF entstand. Die eingewechselten Spieler fügten sich nahtlos in das Team und erfüllten ihre Aufgaben ausnahmslos so gut, dass dem Trainer ein Grinsen ins Gesicht gemeißelt war. Die Bilanz von 2:1 Zeitstrafen belegt zudem die souveräne Leitung der von beiden Mannschaften durchweg fair geführten Partie durch den Schiedsrichter aus Reihen der HSG München-West - als Solo-Auftritt einer besonders löblichen Erwähnung wert.
Aus Sicht des Übungsleiters sowie rund eines Dutzends Ehen und Lebensgemeinschaften kann zudem im Nachhinein die ansonsten eher undankbare Sonntagabend-Ansetzung als glücklicher Umstand betrachtet werden. Andernfalls hätte man wohl tun müssen, was eine Handballmannschaft nach so einem Spiel tut: unter Zuhilfenahme rauher Mengen ethanolhaltiger Getränke schmutzige Lieder absingend bis zum Stillstand der Augen feiern - mit unabsehbaren Folgen für den Trainingsbetrieb und die Vorbereitung auf das nächste Spiel. Das steigt nun davon unbeeinflusst am übernächsten Samstag (25.02.) um 15:15 Uhr bei der spielstarken SG Süd/Blumenau in der Sporthalle an der Gaißacher Straße.
Dem beinahe restlos zufriedenen Mannschaftsverantwortlichen bleibt nur, sich bei folgenden Herrschaften zu bedanken: Hexer Eggers (Paraden: sch***viele); Matze Althammer, Bastos Breuer (4), Rocky Haarbach, Heiti Heitmüller (5), Tiescher Helm, Dirty Harry Hochmuth (2), Monsieur Pitbull Jouhanneau (6), Holland-Sepp Kümmerlen (1), Schwobaseggl Röhler, Schmee Schmeller (1), The Voice Schmid, Muhammad Thumm (5/3) und Wuschel Wortmann (3) sowie Alex Smørrebrød Olesen, Nicolai Pølsevogn Petersen, dem runden Dutzend Zuschauern und besonders der Annalena mit dem goldenen Händchen für Spielberichtsbögen und Uhr.